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Lücken im Lebenslauf – was tun?

Die wenigsten Menschen verfügen über einen Lebenslauf wie aus dem Bilderbuch. Meistens gibt es einige Monate oder gar Jahre der Arbeitslosigkeit, Pflege von Angehörigen und/oder Kindern oder ein längerer Auslandsaufenthalt, gemeinhin als „Lücke im Lebenslauf“ bezeichnet. Der vielzitierte „rote Faden“ im Lebenslauf  wird hierbei meist unschön durchbrochen. Doch damit ist ein solcher Lebenslauf nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Im Gegenteil, man muss einfach nur das Beste aus seinen gewonnen Erfahrungen machen. Aber wie? Anbei ein paar Beispiele:

  • Sabbatical oder Auslandsaufenthalt

In einigen Berufen (z.B. als Lehrer) gibt es die Möglichkeit, sich für einen längeren Zeitraum eine Auszeit zu nehmen (Sabbatical). Meist wird diese Zeit im Ausland verbracht, um neue Energie zu tanken und mal etwas Neues zu erleben. In den seltensten Fällen werden Sie aber die ganze Zeit auf der faulen Haut gelegen haben. Suchen Sie Parallelen zur neuen Stelle, auf die Sie sich bewerben: Haben Sie vielleicht im Ausland Kontakt zu interessanten Menschen und potenziellen Kunden geknüpft? Wahrscheinlich haben Sie Ihre Sprachkenntnisse perfektioniert und im Zusammenleben mit Menschen aus anderen Nationen einiges an kultureller Kompetenz mitbekommen. Auch für Ihren Lebensunterhalt mussten Sie irgendwie sorgen – und sei es als Nachhilfelehrer oder Bürokraft. Jeder Job bietet etwas Positives, das Sie für Ihren Lebenslauf verwenden können.

  • Babypause

Auch die Babypause gehört als ganz normale Station in den Lebenslauf. Man sollte sie allerdings nicht einfach unkommentiert stehen lassen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben Sie bei der Kindererziehung einiges an Organisationstalent bewiesen und gelernt, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Auch an Stressresistenz wird es Ihnen nach dieser „Pause“ wahrscheinlich nicht mangeln, denn die Kleinen werden Sie auf  Trab gehalten haben. Gleiches gilt für die Pflege von Angehörigen. Eventuell haben Sie sogar abends noch einen Kurs oder eine Fortbildung an der Abenduniversität oder Volkshochschule absolviert – ein solches Engagement wird meist doppelt hoch bewertet.

  • Zivildienst und freiwilliges Soziales Jahr

Ein freiwilliges Soziales Jahr oder der Zivildienst sind nicht immer spaßig. Oftmals übernehmen Zivis die gleichen Aufgaben wie ein Festangestellter – und natürlich die damit verbundene Verantwortung. Wenn Sie clever sind, suchen Sie sich für diesen Dienst ein Geschäftsfeld, das später ungefähr mit ihrem Berufswunsch übereinstimmt. So können Sie erste Berufserfahrungen sammeln und verschenken keine Zeit. Wenn Sie beispielsweise Krankenpfleger werden möchten, bietet sich natürlich der Zivildienst im Krankenhaus oder einem Altersheim an. Aber auch für andere Berufe gibt es Möglichkeiten, z.B. im Kindergarten, wenn man gerne in den Bereich Pädagogik möchte, oder im technischen Bereich, z.B. als Hausmeister. Informationen dazu geben die zuständigen Behörden.

  • Au pair

Viele Schüler wissen nach der Schule erst mal nicht so richtig wohin und gehen ein Jahr ins Ausland als Au pair. Eine weise Entscheidung! Hier lernen sie nämlich, sich in einem fremden Land mit einer fremden Sprache zurechtzufinden, unabhängig zu werden und auf eigenen Beinen zu stehen. In der Familie werden den Au pairs oft verantwortungsvolle Aufgaben übertragen, wie die Versorgung der Kinder oder die Organisation der Familienausflüge. Bei Licht betrachtet alles überaus wichtige Soft Skills, die in den Firmen sehr gefragt sind. In der Regel wird man als Au pair stark mit der Landessprache konfrontiert und lernt diese dadurch sehr schnell und gut. Auch ein Schulbesuch ist meist obligatorisch. Au pair – nicht wirklich eine Lücke im Lebenslauf.

  • Arbeitslosigkeit – Orientierungslosigkeit

Leider gibt es auch Fälle längerer Arbeitslosigkeit. Diese plausibel zu erklären ist nicht immer leicht. Trotzdem sollte man sich genau überlegen, was man aus dieser Zeit als positiv verbuchen kann: Eventuell haben Sie mehrere Praktika absolviert, um sich neu zu orientieren und ein passenderes Betätigungsfeld zu finden. Sie haben Fortbildungsmaßnahmen absolviert – sei es von der Arbeitsagentur gesponsort oder privat finanziert – schreiben Sie es. Sie haben sich mit Nebenjobs über Wasser gehalten, auch hier lässt sich bestimmt die ein oder andere positive Erfahrung verbuchen. Eine Phase der beruflichen Neuorientierung muss kein Ausschlusskriterium sein, man muss ihr nur das Beste abgewinnen.

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